Heikedine Körting gehört zu den prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Hörspielgeschichte. Als Produzentin und Regisseurin verantwortete sie mehr als 3.000 Produktionen – darunter Serienklassiker wie „Die drei ???“, TKKG, „Fünf Freunde“, „Hanni und Nanni“ und „Hui Buh“.

Besonders die Generation der sogenannten Kassettenkinder verbindet ihre Arbeit mit Kindheitserinnerungen. Körting ist dabei nicht die Autorin oder Erfinderin all dieser Geschichten. Ihre entscheidende Leistung liegt in deren akustischer Inszenierung: Sie wählt Stimmen aus, führt Regie und verbindet Dialoge, Geräusche und Musik zu einer eigenen Klangwelt.

Wer ist Heikedine Körting?

Heikedine Petra Körting wurde am 18. Juni 1945 in Thalbürgel bei Jena geboren und wuchs in Lübeck auf. Sie ist ausgebildete Juristin, wurde jedoch vor allem als Hörspielproduzentin und Regisseurin des Labels EUROPA bekannt. Am 18. Juni 2026 vollendete sie ihr 81. Lebensjahr.

MerkmalAngabe
Vollständiger NameHeikedine Petra Körting
Geburtsdatum18. Juni 1945
GeburtsortThalbürgel bei Jena
Aufgewachsen inLübeck
BerufHörspielproduzentin, Regisseurin und Rechtsanwältin
Bekannt für„Die drei ???“, TKKG, „Fünf Freunde“, „Hanni und Nanni“, „Hui Buh“
Zentrales LabelEUROPA
Produktionenmehr als 3.000 Hörspiele
Bedeutende EhrungVerdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland

Obwohl ihr Name nur selten auf einem Cover so groß erscheint wie die Titel der jeweiligen Serien, beeinflusst Körting seit den 1970er-Jahren, wie Kinder- und Jugendhörspiele in Deutschland klingen. Der häufig verwendete Beiname „Hörspielkönigin“ verweist auf diese außergewöhnlich lange und erfolgreiche Arbeit.

Von der Juristin zur Hörspielproduzentin

Körting studierte Rechtswissenschaften in Genf und Hamburg und arbeitete als Rechtsanwältin. Darüber hinaus interessierte sie sich früh für das Schreiben, die Schauspielerei und kreative Berufe. In kleineren Filmrollen sammelte sie zudem Erfahrungen vor der Kamera.

Eine zentrale Person für ihren weiteren Lebensweg war der Musikwissenschaftler und Produzent Andreas E. Beurmann. Er war an der Gründung des Labels EUROPA beteiligt, das zunächst auch klassische Musik veröffentlichte und später zu einem der wichtigsten Namen für Kinder- und Jugendhörspiele wurde.

Anfang der 1970er-Jahre schrieb Körting erste Hörspielbearbeitungen, darunter Stoffe nach Märchen von Hans Christian Andersen. Im Jahr 1973 übernahm sie mit „Das Gespensterschiff“ nach Wilhelm Hauff erstmals die Hauptverantwortung für eine Produktion. Von da an prägte sie die Hörspielarbeit bei EUROPA maßgeblich.

Ihr juristischer Hintergrund blieb dabei mehr als eine biografische Randnotiz. Die Organisation umfangreicher Produktionen, Verträge mit Schauspielern und der Umgang mit Nutzungsrechten verlangen neben Kreativität auch wirtschaftliches und rechtliches Verständnis.

Heikedine Körting und „Die drei ???“

Am engsten wird Heikedine Körting heute mit „Die drei ???“ verbunden. Die EUROPA-Hörspielserie startete 1979 mit „Die drei ??? und der Super-Papagei“. Sie basiert auf der gleichnamigen Jugendbuchreihe über die Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews aus dem fiktiven kalifornischen Ort Rocky Beach.

Körting erfand die drei Detektive nicht und verfasste auch nicht deren ursprüngliche Geschichten. Ihre Rolle besteht vor allem in Produktion und Regie. Sie entscheidet gemeinsam mit ihrem Team, wie aus einem Manuskript eine funktionierende Hörspielfolge wird.

Zu den wichtigsten Besetzungsentscheidungen gehören die drei Hauptsprecher:

  • Oliver Rohrbeck als Justus Jonas
  • Jens Wawrczeck als Peter Shaw
  • Andreas Fröhlich als Bob Andrews

Ihre deutlich unterscheidbaren Stimmen sind ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs. Viele Nebenrollen wurden zudem mit bekannten Theater-, Film- und Fernsehschauspielern besetzt. Körtings Gespür für Stimmen und ihr langfristiges Festhalten an vertrauten Ensembles schufen einen hohen Wiedererkennungswert.

Die Serie überstand den Medienwandel von Schallplatte und Kassette über CD und Download bis zum Streaming. Das zeigt, dass ihr Erfolg nicht allein auf Nostalgie beruht. Auch jüngere Hörer entdecken die Fälle aus Rocky Beach immer wieder neu.

TKKG, „Fünf Freunde“ und weitere bekannte Hörspiele

„Die drei ???“ sind zwar Körtings bekannteste Produktion, bilden jedoch nur einen Teil ihres umfangreichen Werks. Unter ihrer Leitung entstanden Hörspiele aus sehr unterschiedlichen Genres.

Zu den bekanntesten Reihen gehören:

  • TKKG
  • „Fünf Freunde“
  • „Hanni und Nanni“
  • „Hui Buh, das Schlossgespenst“
  • „Die Hexe Schrumpeldei“
  • „Burg Schreckenstein“
  • „Commander Perkins“
  • die Gruselserie von H. G. Francis
  • „Larry Brent“
  • „Macabros“

Damit reicht ihr Werk von Detektivgeschichten und Internatsabenteuern über Märchen bis zu Science-Fiction und Grusel. Gerade diese Bandbreite unterscheidet Körting von Produzenten, die hauptsächlich mit einer einzelnen Serie verbunden sind.

Bei einigen Produktionen ist sie außerdem selbst zu hören. Für kleinere Sprechrollen verwendete sie unter anderem das Pseudonym Pamela Punti. Diese Auftritte stehen jedoch nicht im Mittelpunkt ihrer Karriere; ihre eigentliche Bedeutung liegt hinter dem Mikrofon.

Wie entstehen die typischen Klangwelten?

Körtings Hörspiele zeichnen sich durch klare Stimmen, eine lebendige Geräuschkulisse und eine dramaturgisch eingesetzte Musik aus. Für sie genügt es nicht, einen Text lediglich mit verteilten Rollen vorzulesen. Ein Hörspiel soll Bilder im Kopf entstehen lassen.

Der Produktionsprozess umfasst mehrere Schritte. Zunächst muss ein Buch oder Manuskript in eine hörbare Dramaturgie übertragen werden. Danach werden passende Sprecher ausgewählt und die Dialoge aufgenommen. Geräusche stellen Orte und Handlungen dar: Eine Tür, Schritte, Wind, ein Telefon oder eine rasselnde Kette machen eine Szene verständlich, ohne dass ein Erzähler jedes Detail erklären muss.

Viele Effekte entstanden lange mit echten Gegenständen. Körtings Studio in einer Hamburger Jugendstilvilla ist für sein umfangreiches Geräuschearchiv bekannt. Auch im digitalen Zeitalter hielt sie an Teilen ihrer analogen Arbeitsweise und am vertrauten Klang der Produktionen fest.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Hörspiele technisch unverändert geblieben sind. Veröffentlichungswege und Hörgewohnheiten haben sich stark gewandelt. Die zentrale Aufgabe blieb jedoch dieselbe: Stimmen, Musik und Geräusche müssen eine Geschichte tragen, obwohl keine Bilder zu sehen sind.

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Warum ihre Arbeit mehrere Generationen geprägt hat

Der Erfolg der EUROPA-Produktionen hängt eng mit dem Medienalltag westdeutscher Familien seit den 1970er-Jahren zusammen. Hörspiele waren vergleichsweise günstig, konnten beliebig oft abgespielt werden und passten gut in Kinderzimmer, Kassettenrekorder und später tragbare Abspielgeräte.

Für viele Hörer wurden die Stimmen der wiederkehrenden Figuren zu vertrauten Begleitern. Die Folgen liefen beim Spielen, auf Autofahrten oder abends vor dem Einschlafen. Aus einzelnen Kinderprodukten entwickelte sich dadurch ein langfristiger Teil der deutschen Alltags- und Popkultur.

Körtings Arbeit verbindet dabei drei Faktoren:

  • eine wiedererkennbare akustische Gestaltung,
  • sorgfältig ausgewählte Sprecher,
  • über Jahrzehnte gepflegte Serien und Figuren.

Hinzu kommt die Kontinuität. Zahlreiche Hörer, die in den 1980er- oder 1990er-Jahren mit EUROPA-Kassetten aufwuchsen, hören die Serien heute als Erwachsene weiter oder geben sie an ihre Kinder weiter. Der Übergang zum Streaming hat diese generationenübergreifende Nutzung zusätzlich erleichtert.

Auszeichnungen und kulturelles Engagement

Heikedine Körtings kommerzieller Erfolg zeigt sich in zahlreichen Gold- und Platinauszeichnungen. Bereits in den 1980er-Jahren wurde sie als besonders erfolgreiche Hörspielproduzentin in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. 1984 erhielt sie außerdem den eigens vergebenen EUROPA-Hörspiel-Regie-Preis.

Eine besondere staatliche Anerkennung folgte 2022: Körting wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Gewürdigt wurden sowohl ihre Leistungen als Hörspielproduzentin als auch ihr kulturelles Engagement.

Ein wichtiger Ort dieses Engagements war das Kultur Gut Hasselburg in Schleswig-Holstein. Körting und Andreas E. Beurmann setzten sich dort für Konzerte, kulturelle Veranstaltungen sowie den Erhalt und die Nutzung des historischen Ensembles ein.

Gemeinsam mit der Schauspielerin und Regisseurin Sandra Keck initiierte Körting zudem ein interaktives Hörspielmuseum. Es wurde 2021 auf Gut Hasselburg eröffnet und später nach Kassel verlegt. Besucher können dort nachvollziehen, wie Stimmen, Geräusche und Timing zusammenwirken. Damit wird nicht nur Körtings Werk dokumentiert, sondern auch die Geschichte des Hörspiels als eigenständige Kunst- und Medienform vermittelt.

Privatleben und aktueller Status

Heikedine Körting war seit 1979 mit Andreas E. Beurmann verheiratet. Die Verbindung war zugleich privat und beruflich bedeutend: Beurmann brachte sie zum Hörspiel, während Körting die Produktionen des von ihm mitgegründeten Labels über Jahrzehnte entscheidend formte. Er starb im April 2016 im Alter von 88 Jahren.

Im Juni 2024 heiratete Körting den Hamburger Rechtsanwalt Richard Kochmann. Nach ihren öffentlich wiedergegebenen Schilderungen hatte er ihr bereits 47 Jahre zuvor einen Antrag gemacht.

Über Kinder Körtings liegen keine verlässlich bestätigten öffentlichen Angaben vor. Es wäre daher nicht seriös, entsprechende Behauptungen aus ungesicherten Personenportalen als Tatsache darzustellen.

Auch nach ihrem 80. Geburtstag im Juni 2025 arbeitete sie nach übereinstimmenden öffentlichen Berichten weiterhin als Hörspielproduzentin. Von einem endgültigen Rückzug wurde nichts bekannt gegeben. Zuletzt lag ihr Schwerpunkt weiterhin auf etablierten Reihen wie „Die drei ???“ und TKKG, bei denen sie unter anderem mit dem Autor und Produzenten André Minninger zusammenarbeitet.

Häufig gestellte Fragen

1. Wie alt ist Heikedine Körting?
Heikedine Körting wurde am 18. Juni 1945 geboren. Seit dem 18. Juni 2026 ist sie 81 Jahre alt.

2. Was hat Heikedine Körting mit „Die drei ???“ zu tun?
Sie ist die langjährige Produzentin und Regisseurin der EUROPA-Hörspielserie. Die ursprünglichen Figuren und Buchgeschichten stammen jedoch nicht von ihr.

3. Welche Hörspiele hat Heikedine Körting produziert?
Zu ihren bekanntesten Produktionen gehören „Die drei ???“, TKKG, „Fünf Freunde“, „Hanni und Nanni“, „Hui Buh“ und die Gruselserie von H. G. Francis.

4. Wie viele Hörspiele hat sie produziert?
Öffentlich verfügbare biografische Angaben nennen mehr als 3.000 Produktionen. Die genaue Zahl verändert sich, weil ihre Arbeit über Jahrzehnte fortgesetzt wurde.

5. Ist Heikedine Körting Rechtsanwältin?
Ja. Sie studierte Rechtswissenschaften in Genf und Hamburg und arbeitete als Rechtsanwältin, bevor die Hörspielproduktion zum Mittelpunkt ihrer Karriere wurde.

6. Wer ist der Ehemann von Heikedine Körting?
Seit Juni 2024 ist sie mit dem Rechtsanwalt Richard Kochmann verheiratet. Ihr erster Ehemann war der EUROPA-Mitgründer Andreas E. Beurmann, der 2016 starb.

7. Spricht Heikedine Körting selbst in Hörspielen mit?
Ja, gelegentlich übernahm sie kleinere Rollen. Dabei verwendete sie unter anderem das Pseudonym Pamela Punti.

Fazit

Heikedine Körting ist weit mehr als die Frau hinter einzelnen erfolgreichen Hörspielserien. Durch ihre Regie, ihre Besetzungsentscheidungen und ihr Gespür für akustische Dramaturgie entwickelte sie einen Stil, der das deutsche Kinder- und Jugendhörspiel über Jahrzehnte geprägt hat.

Von der Schallplatte über die Kassette bis zum Streaming blieb der charakteristische Klang ihrer Produktionen wiedererkennbar. Wer verstehen möchte, warum Serien wie „Die drei ???“, TKKG oder „Fünf Freunde“ mehrere Generationen erreichen, kommt an Körtings Arbeit nicht vorbei. Für neue Angaben zu ihren Produktionen und möglichen Zukunftsplänen empfiehlt sich ein Blick auf verifizierte Mitteilungen des Labels und etablierter Medien.

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Jonas Neumann ist ein deutscher Autor bei zeitera.de, wo er mit einem geschulten Blick für die großen Zusammenhänge über Politik, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklungen schreibt. Seine Artikel überzeugen durch eine klare Struktur und eine fundierte Analyse, die selbst komplexe Themen greifbar machen. Jonas ist es ein besonderes Anliegen, seinen Leserinnen und Lesern durch sorgfältige Recherche und eine unvoreingenommene Herangehensweise verlässliche Orientierung in einer sich schnell wandelnden Welt zu bieten.

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